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CampusSource Tagung 2021

26. Mai 2021 FernUniversität in Hagen (Online)

Tagung und Programm Bericht und Vorträge

Bericht und Vorträge der Tagung

Die Bedeutung von Open Source als ein zentrales Element hochaktueller politischer Konzepte und Strategien – wie Open Innovation, Open Science oder der Digitalen Souveränität – steigt derzeit stetig, national wie international. Dies haben die Beitragenden auf der diesjährigen CampusSource »Jubiläums-Tagung« anlässlich des 20-jährigen Bestehens von CampusSource in ihren Vorträgen eindrucksvoll aufgezeigt. Mit rund 90 gleichzeitig und über den Tag verteilt 120 unterschiedlichen Teilnehmenden war die Veranstaltung wieder sehr gut besucht.

Den Anfang machte Herr Prof. Dr. Bensberg von der Hochschule Osnabrück. In seinem Vortrag spannte er den Bogen von den damals visionären Ideen von CampusSource hin zu der heutigen, wachsenden Bedeutung von Open Source, dargelegt anhand einer aktuellen Meta-Literaturanalyse mithilfe von Text-Mining. Die prompte Anmerkung aus dem Chat: "Großartig! Es wäre toll, Code und Daten dieser Analyse zu sehen". Das Analyseverfahren ist natürlich offen zugänglich und in seinem Beitrag Literaturanalyse mit Text Mining" in unserem Open Access Journal eleed beschrieben.

Natürlich fanden auch einige historische Ereignisse Einzug in seinen Vortrag, unter anderem ein Videomitschnitt zur feierlichen Eröffnung der CampusSource Börse am 1. April 2001 durch den damaligen Nordrhein-Westfälischen Ministerpräsidenten sowie den damaligen Rektor der FernUniversität in Hagen.

Die »historische Brücke« von damals in die Zukunft der Learning-Management-Systeme bildete der Beitrag von Herrn Dr. Gerd Kortemeyer von der ETH Zürich, Direktor der Abteilung für Lehrentwicklung und -technologie: "Von einem System der ersten Stunde in der CampusSource Börse – LON-CAPA, dem ersten Nordamerikanischen Open Source System bei uns - hin zur Entwicklung für die Zukunft, dem NextGenLMS". Die seit dem Jahr 1992 aufgezeigte, fortwährende Entwicklung zeigte uns, a.) dass viele heutige Ideen schon in den Neunzigern gedacht wurden, und b.) wie die konsequente Weiterentwicklung in Form des NextGenLMS vieles davon berücksichtigt.

Unser Europäischer "Blickwinkel" auf Open Source wurde uns durch Herrn Sivan Pätsch, Research Director am Open Forum Europe (OFE), mäher gebracht. Erste Ergebnisse der aktuellen Open Source Studie der EU zeigen ein Cost-Benefit-Ratio für das Engagement in Open Source mit 1:4 auf – ein ganz zentrales Argument für Open Source, welches auch in der Politik verstanden wird. Des Weiteren zeigten Studien zum Umgang mit Open Source aus verschiedensten Ländern der Welt interessante »Dos and Don’ts«.

Digitale Souveränität mit Open Source als Teil der Digitalstrategie aus nationaler Sicht wurde uns vorgestellt von Herrn Reckert-Lodde, vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat. Dieser Beitrag lieferte uns sehr Interessante Einblicke in den aktuellen politischen Schwung dieses Themas hier in Deutschland. Die hieraus abgeleiteten bundesländerübergreifenden Konsortien und Maßnahmen erlauben den Verwaltungen an Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen Ableitungen für die eigene – zum Teil noch einzuleitende – Entwicklung. Die Nachfragen zeigten den Informationsbedarf: "Ein deutsches Code-Repo gab es mit BerliOS schon mal. Das wurde wieder eingestellt. Wie planen Sie hier Vertrauen auf einen Fortbestand zu schaffen?" Der Fortbestand soll auf einer im Vorfeld erarbeiteten, breiten, bundesländerübergreifenden Akzeptanzbasis sichergestellt werden. Geplant ist die Open Source Plattform für die öffentliche Verwaltung zum 30.06.2021 intern und Ende des Jahres für alle frei zu schalten.
Eine weitere Anmerkung aus dem Publikum wies allerdings auch auf ein Problem der Wahrnehmung von Open Source in den Entscheidungsetagen hin: "Mein Eindruck ist, dass die Nutzung von Closed Source Lösungen vor allem aus Bequemlichkeit erfolgt, weil es oft leichter fällt, das Problem mit Geld zu bewerfen als einen eigenen Sockel aus Fachpersonal aufzubauen, der Open Source Lösungen auch lokal umsetzen kann. Gibt es diesbezüglich Projekte, die dann auch auf Landesebene aufgegriffen werden?" Ja, zum Beispiel dataport mit dem Projekt Phoenix "Unter anderem im Bericht der Landesregierung Schleswig-Holstein genannt."

Frau Antonia Schrader und Herr Dr. Reinhardt Messerschmidt von der Helmholtz Gemeinschaft gaben uns einen Einblick in den Aufbau, die Entwicklung und die Arbeit des Helmholtz Open Science Office. Die "Institutionalisierung" von Open Science zeigt den hohen Stellenwert dieses Themas innerhalb der Helmholtz Gemeinschaft auf. Vertiefend wurde auf das seit 2016 verstärkt in den Blick kommende Thema der Offenen Forschungssoftware eingegangen, national wie international. Zuletzt wurde dieses Thema - ganz aktuell – im Rahmen eines Workshops am 06.05.2021 Policies for Research Software weiter voran getrieben.

Nachdem Blick auf Open Source aus der Sicht von Politik, Verwaltung und Wissenschaft widmete sich der Beitrag von Dr. Lofi Dewanto dem Blick aus Sicht der Privatwirtschaft – lohnt sich das überhaupt? Mit seinem langjährigen Hintergrund in mehreren großen Unternehmen konnte Dr. Dewanto die Frage mit einem klaren "Ja" beantworten. Open Source ist für heutige Unternehmen einer der Erfolgsfaktoren, auch wenn sich deutsche Unternehmen zum Teil noch schwer tun. Zur Evaluation von Open Source Software stellt er zwei für Unternehmen relevante Modelle vor: OSMM (Open Source Maturity Model) und OSAMM (Open Source Adoption Maturity Model).

Ein konkretes, hochaktuelles Open Source Projekt für die Lehre bildete den Abschluss unserer CampusSource Tagung 2021: Das AR/VR.nrw Projekt. Herr Dominic Fehling von der Bergischen Universität Wuppertal stellte uns das Projekt vor und gab uns interessante Einblicke in den aktuellen Stand der Entwicklung – sehen und erfahren statt lesen – aus dem Chat: "Vielen Dank für den spannenden Vortrag. Gibt es eine feststehende Austauschgruppe für VR in der Hochschullehre?" "Das hier? Arbeitskreis VR/AR-Learning" "Falls für jemanden spannend, hier die Dokumentation einer virtuellen Konferenz in 2020" - "Gibt es ein Repository für VR Anwendungen, die wir in der Lehre einmal kostenfrei ausprobieren könnten?" "qualifizierung digital" und "Social Virtual Learning"

Vorträge

20 Jahre CampusSource: Visionäre, damalige Ideen heute ganz aktuell  [ .pdf - 691 KB ]
Prof. Dr. Frank Bensberg, Hochschule OsnabrückVortrag als Video

Von einem System der ersten Stunde – LON-CAPA – hin zum LMS der Zukunft NextGenLMS  [ .pdf - 3,14 MB ]
Dr. Gerd Kortemeyer, ETH ZürichVortrag als Video

Open Source is gaining momentum in EU policy  [ .pdf - 612 KB ]
Sivan Pätsch, OpenForum EuropeVortrag als Video

Open Source als ein Baustein der Digitalstrategie des Bundes  [ .pdf - 1,22 MB ]
Andreas Reckert-Lodde, Jens Seidenschwarz, Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat

Offene Forschungssoftware als integraler Bestandteil von Open Science und guter wissenschaftlicher Praxis  [ .pdf - 414 KB ]
Antonia C. Schrader, Dr. Reinhard Messerschmidt, Helmholtz-GemeinschaftVortrag als Video

Open Source Einsatz in der Privatwirtschaft – lohnt sich das überhaupt, so ein Open Source Projekt?  [ .pdf - 2,7 MB ]
Dr. Lofi Dewanto, DEVK VersicherungenVortrag als Video

AR/VR.nrw - Augmented und Virtual Reality in der Hochschullehre  [ .pdf - 1,26 MB ]
Dominic Fehling, Bergische Universität WuppertalVortrag als Video