Software
Uni Open Platform
Uni Open Platform. Eine Open Source-"E-Learning"-Plattform
Der akademische Ansatz
Uni Open Platform ist eine flexible Open Source "E-Learning"-Plattform, die auf die alltäglichen
Aufgaben an Universitäten zugeschnitten wurde. Die Uni Open Platform wurde während des vom Land
Nordrhein-Westfalen geförderten Projektes "Virtuelle Universität" entwickelt. "Uni Open
Platform" ist ein webbasiertes System für die Administration von Kursen, Studenten und Lehrpersonal. Zur Zeit
wird es an vier Einrichtungen im Bereich der Aus- und Weiterbildung eingesetzt. Eine dieser Einrichtungen ist der
Fachbereich Elektrotechnik der FernUniversität Hagen, an dem die Plattform unter dem Namen ET-Online entwickelt wurde.
Uni Open Platform bietet eine praktische Lösung für Fakultäten, die schnell und unkompliziert der
"E-Learning"-Gemeinde beitreten möchten. Während kommerzielle Anbieter von Lehr- und Lernsystemen ihren
Kunden starre Lizenzvereinbarungen aufzwingen, gewährt Uni Open Platform den Anwendern völlige
Freiheit. Weiterhin zeichnen sich kommerzielle Lösungen oft dadurch aus, dass sie einerseits viele Funktionen bieten,
welche die Mehrheit der Anwender nicht benötigt, auf der anderen Seite aber spezielle Bedürfnisse
unberücksichtigt lassen. Uni Open Platform gibt Ihnen die Möglichkeit, die Software entsprechend Ihren
Bedürfnissen anzupassen. Eventuell hat ja sogar schon ein anderer Uni Open Platform-Anwender genau die
Funktionen implementiert, die Sie benötigen. Das ist Open Source!
Uni Open Platform ist Teil der Initiative CampusSource, die vom Land Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen wurde.
Das Ziel dieser Initiative ist es, Open Source Entwicklungen im Universitätsbereich zu fördern und voranzutreiben.
Merkmale
Uni Open Platform bietet Funktionalitäten für die webbasierte Administration von Kursen und Studenten.
Alle für Studenten und Lehrpersonal wichtigen Vorgänge können von einem herkömmlichen Webbrowser aus
durchgeführt werden. Uni Open Platform setzt voraus, dass die Lehrinhalte mit den üblichen
Autorenwerkzeugen erstellt werden. Es werden dabei alle Formate, die von einem Webserver verteilt werden können,
unterstützt. Uni Open Platform ermöglicht die Flexibilität, die heute auf Grund der fehlenden
Standardisierung im Bereich des "E-Learning" erforderlich ist.
Uni Open Platform kann in folgende vier Module unterteilt werden:
- eine Sicht auf persönliche Informationen für Studenten - der Uni Open Platform-Assistent,
- eine einfach zu benutzende Administrationsumgebung für Betreuer, Tutoren, Sekretariate,
- ein unabhängiges Downloadwerkzeug für Kursmaterial - der Offline-Navigator,
- ein Erweiterungsmodul für den Webserver, das die automatische und regelmäßige Freigabe von Kursmaterial ermöglicht.
Uni Open Platform-Assistent
Der Uni Open Platform-Assistent bietet den Studierenden eine persönliche Sicht auf die für sie
relevanten persönlichen Daten. Natürlich werden alle Daten verschlüsselt, bevor sie über das Internet
versendet werden (SSL-Verschlüsselung). Die Studierenden haben Zugriff auf die folgenden Funktionen:
- Persönliche Daten:
Hier können Studierende private Informationen wie Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, etc. eintragen
und ändern. Diese Informationen sind wichtig für Fakultätsangehörige, die Studierende kontaktieren
möchten. Weiterhin können die Studierenden angeben, ob sie in kursspezifische Kontaktlisten und
E-Mail-Verteiler eingetragen werden möchten.
- Ergebnisse von Hausaufgaben:
Die Studierenden können die für individuelle Hausaufgaben erhaltenen Punkte abfragen.
- Kursliste:
Den Studierenden wird eine persönliche Kursliste angezeigt, die auch Informationen über den zuständigen
Betreuer beinhaltet.
- Kontaktliste:
Die Kontaktliste ermöglicht den Studierenden die Bildung von Arbeitsgruppen.
- Betreuer- und E-Mail-Liste:
Die Studierenden erhalten eine Liste bestehend aus den Namen der Betreuer und deren E-Mail-Adressen. Des Weiteren gibt
es zu jedem Kurs einen E-Mail-Verteiler.
- Persönliche Termine:
Universitätsangehörige haben die Möglichkeit, kursspezifische Termine in die Datenbank einzutragen
(z.B. Abgabetermine). Die Studierenden erhalten eine persönliche Liste mit für sie relevanten Terminen.
Offline-Navigator
Der Offline-Navigator ist ein Werkzeug, mit dem sich Kursmaterialien automatisch abrufen und organisieren lassen. Nach dem
Start des Programms authentifizieren sich die Studierenden und erhalten dann eine Liste bestehend aus den Kursen, für
die sie eingeschrieben sind. Jeder Kurs kann dabei aus mehreren Komponenten bestehen, die einzeln heruntergeladen werden
können. Typische Kurskomponenten sind Vorlesungsskripte im HTML- und PDF-Format, Hausaufgaben und deren Lösungen,
übungen, multimediale Elemente, etc. Die Studierenden markieren die gewünschten Komponenten in der Liste und
starten dann den Download. Der Offline-Navigator entpackt die eintreffenden Komponenten und legt sie auf der lokalen
Festplatte des PCs der Studierenden ab. Weiterhin wird ein Inhaltsverzeichnis erzeugt, mit dessen Hilfe durch die
verschiedenen Kurse navigiert werden kann. Da der Offline-Navigator eine Java-Anwendung ist (kein Java-Applet!), ist er
ohne weiteres auf verschiedenen Betriebsystemen lauffähig.
Die Administrationsoberfläche
Die Administrationsoberfläche wird von Fakultätsangehörigen, wie z.B. Professoren, Sekretärinnen und
Systemadministratoren, genutzt. Sie bietet Funktionen zur Eingabe und Suche von Studenten- und Kursdaten, wie z.B.
Matrikelnummern, Adressen, Punkte für Hausaufgaben, etc. Die Oberfläche basiert komplett auf HTML und kann somit
von allen Nutzern mit einem Webbrowser bedient werden.
Das automatische Freigabemodul
Es wurde festgestellt, dass es vorteilhaft ist, alle Studierenden eines Kurses in einem einheitlichen Lernrhythmus zu halten.
Ansonsten würde die Grundlage für Diskussionen und gemeinsames Lernen allmählich verschwinden, da einige
Studierende schneller im Lehrmaterial fortschreiten würden als ihre Kommilitonen. Technisch kann ein gemeinsamer
Lernrhythmus dadurch erreicht werden, dass das Lehrmaterial in Komponenten unterteilt wird, die in periodischen
Zeitintervallen freigegeben werden. Dieser Vorgang kann in Uni Open Platform automatisiert werden, indem das
Freigabemodul entsprechend konfiguriert wird.
Mehrsprachigkeit
Die Plattform ist für den mehrsprachigen Betrieb ausgelegt. Zurzeit sind die Sprachen "deutsch" und
"englisch" hinterlegt. Damit ist es sowohl dem Studierenden als auch dem Betreuer/Administrator möglich,
seine individuelle Sprache selbst zu wählen. Hat er die Sprachpräferenz in seinem Internet-Browser korrekt
vorgenommen, so wird dies von Uni Open Platform erkannt und die vom Anwender gewünschte Sprache
voreingestellt.
Postnuke Integration
Durch die Integration der Uni Open Platform mit dem Content Management System Postnuke steht dem Studenten eine
kollaborative Umgebung zur synchronen und asynchronen Kommunikation und zum Dokumentenaustausch zur Verfügung.
Das Augenmerk dieser Integration liegt im Wesentlichen auf der Bildung von Communities, dazu stehen innerhalb von
Postnuke viele verschiedene Funktionen bereit.
Technische Aspekte
Uni Open Platform ist eine zweischichtige Webanwendung, bestehend aus einem Apache-Webserver inkl. PHP-Modul und
einer PostgreSQL relationalen Datenbank. Jede dieser Komponenten ist unter Open Source Lizenzen erhältlich und sowohl
für Stabilität als auch breite Unterstützung bekannt.
Uni Open Platform-Lizenzmodell
Uni Open Platform wird unter der
CampusSource-Lizenz
veröffentlicht, welche auf der Gnu General Public License (GPL) basiert.
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