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Virtuelle Universität
An der FernUniversität wird das Konzept einer virtuellen Universität erstmals vollständig realisiert und im
realen Betrieb erprobt und evaluiert. Die Virtuelle Universität bietet neue Lehrformen und räumlich sowie
zeitlich flexibles, individualisiertes und bedarfsorientiertes Lernen durch konsequente Nutzung neuer Medien
(Multimedia- und Kommunikationstechnologie).
Das Projekt geht über bisherige Ansätze dadurch hinaus, dass alle Funktionen einer virtuellen Universität
integriert umgesetzt werden und so ein vollständiges und homogenes System entsteht. Hierzu gehört nicht nur
interaktives Lehrmaterial, das über das Internet angeboten wird - vielmehr sind für einen erfolgversprechenden
Ansatz folgende Eigenschaften unabdingbar: umfassende Kommunikationsmöglichkeiten, insbesondere auch zwischen den
Studierenden untereinander für gemeinsames Lernen (peer-learning) und für die soziale Vernetzung,
Möglichkeiten zur netzbasierten Gruppen- und Seminararbeit, neue Formen des übungs- und Praktikumsbetriebs
über Netze, bequemer Zugang zur (traditionellen und digitalen) Bibliothek und zur Administration, Informations- und
Beratungssysteme.
Auf Basis des World-Wide-Web wurde 1996 ein erster Prototyp der Virtuellen Universität entwickelt. Inzwischen ist seit
dem Sommersemester 1999 ein neuer Prototyp der Virtuellen Universität im Betrieb. Erweitert wurde das System vor allem
um vielfältige Möglichkeiten für Lehrende und um zusätzliche Kommunikationsmöglichkeiten, z.B.
ein internes Nachrichtensystem.
Die virtuelle Universität gliedert sich in folgende funktionale Bereiche: Information (Info), Lehrbetrieb (Lehre),
Administration (Büro), Bibliothek, Cafeteria, Aktuelles (News), Forschung sowie Weiterbildung (Shop).
Die Aufteilung der Universität in diese Bereiche orientiert sich nicht an den bislang vorliegenden
Organisationsstrukturen innerhalb der Universität - für die Studierenden ist es vielfach nicht relevant, welcher
Fachbereich und welches Lehrgebiet einen Kurs anbietet, an dem sie teilnehmen wollen, sondern sie müssen wissen, wie
sie sich anmelden können (im Bereich Administration) und wie sie am laufenden Kursbetrieb teilnehmen können (im
Bereich Lehre). Auf der Basis des Prototypen konnte in einem groß angelegten Feldversuch im Wintersemester 1996/97
mit einer Vielzahl von Fernstudierenden Erfahrungen in der Organisation und Durchführung virtueller Lehrveranstaltungen
wie Online-übungen, virtuelle Seminare und verteilte Praktika gesammelt werden. Inzwischen nutzen mehr als 14.000
Studierende virtuelle Universitätskomponenten.
Wichtige künftige Entwicklungsbereiche im Rahmen der Virtuellen Universität umfassen die Erweiterung der
technischen Plattform um Aspekte wie Datenschutz, Integration von Verwaltungsabläufen etc. sowie die Weiterentwicklung
von Lehrformen unter Einbeziehung bisher gewonnener Erfahrungen.
Die technische Plattform ist offen für verschiedene didaktische Konzepte und Materialien unterschiedlichster
Wissensbereiche. Sie stützt sich auf das Internet und integriert Datenbanken- und Java-Technologien. Auf Benutzerseite
basiert sie auf Standardsoftware. Dadurch ist es leicht möglich, das System auf andere technische Plattformen
aufzusetzen und auf vielfältige Bereiche der Aus- und Weiterbildung (Universitäten, Fachhochschulen, Schulen,
firmeninterne Weiterbildung etc.) zu übertragen.
Die Virtuelle Universität eröffnet völlig neue Perspektiven hinsichtlich der Qualität, der
Individualisierung, der Bedarfsorientierung und der sozialen Vernetzung. Sie ist eine konsequente Antwort auf die
Anforderungen der heutigen Arbeitswelt an die Bildungssysteme.
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